Nabq-Schutzgebiet: Wo die Wüste auf das Meer trifft

Es gibt nur wenige Orte in Ägypten, an denen man Wüste, Meer und Mangroven auf einen Blick sieht. Das Nabq-Schutzgebiet ist einer dieser seltenen Orte. Es ist außerdem eines der größten Naturschutzgebiete im Süden des Sinai, mit einer Fläche von über 600 Quadratkilometern, etwa 35 Kilometer nördlich von Sharm El Sheikh an der Straße nach Nuweiba.

Das Schutzgebiet wurde 1992 gegründet und gilt seitdem als eines der wichtigsten ökologischen Gebiete am Roten Meer. Was es besonders macht: Es ist weder ein gewöhnlicher Strand noch eine gewöhnliche Wüste. Es ist ein vollständiges Ökosystem, das Berge, Wüste, Korallenriffe und Mangrovenwälder auf verhältnismäßig kleinem Raum vereint.

Der Mangrovenwald: Der überraschende Teil

Fragt man jemanden nach Ägypten, denkt wohl kaum jemand an Mangrovenwälder. Doch Nabq beherbergt einen der größten und wichtigsten Mangrovenwälder des Landes. Diese Bäume wachsen im Salzwasser, ihre Wurzeln liegen bei Ebbe frei über der Wasseroberfläche und verschwinden bei Flut wieder.

Die Mangrove ist nicht nur eine schöne Kulisse, sie ist ein funktionierendes Ökosystem. Kleine Fische nutzen sie als natürlichen Kinderstube, und Zugvögel rasten hier auf ihrem Weg zwischen Afrika, Asien und Europa. Wer früh morgens dort ist, hat gute Chancen, einen Graureiher oder andere Seevögel zwischen den Wurzeln jagen zu sehen.

Ein Spaziergang über die hölzernen Stege durch die Mangrove ist ein ganz eigenes Erlebnis, anders als alles andere auf dem Sinai. Es ist wirklich still, keine Menschenmassen, nur das Wasser und die Vögel sind zu hören.

Korallenriffe und Meeresleben

Die Küste von Nabq gehört zu den saubersten im Süden des Sinai, weil das Schutzgebiet die Besucherzahlen begrenzt und alles verhindert, was der Meeresumwelt schaden könnte. Die Korallen sind hier noch in ausgezeichnetem Zustand, aus zwei Gründen: wenig Besucherverkehr und die Nähe zu tieferen Gewässern, die das Wasser klar halten.

Schnorcheln in Nabq fühlt sich anders an als in Sharm El Sheikh selbst. Es ist ruhiger, die Korallen liegen an manchen Stellen näher an der Oberfläche, und mit etwas Glück sieht man bunte Rifffische, Stachelrochen und manchmal sogar Meeresschildkröten. Es gibt hier keine riesigen Hotels und keine Flotten von Tauchbooten, und genau das macht die Erfahrung so echt.

Wüste und Berge: Die andere Seite des Schutzgebiets

Nabq ist nicht nur Meer. Der Wüstenteil des Schutzgebiets hat ein abwechslungsreiches Gelände, von Sanddünen bis zu felsigen Bergen, dazu seltene Wüstenpflanzen, die sich über Jahrtausende an die Trockenheit angepasst haben. Eine der bekanntesten ist der Arak-Baum, den Beduinen seit Generationen als natürliche Zahnbürste nutzen.

Das Schutzgebiet ist außerdem Heimat von Wildtieren wie Berggazellen und Nubischen Steinböcken sowie verschiedenen Reptilien und Wüstenfüchsen. Die Chance, ein freilebendes Wildtier zu sehen, gibt es nicht überall, aber Nabq ist einer der wenigen Orte, an denen dieses Gleichgewicht noch besteht.

Das beduinische Erbe in Nabq

Ein großer Teil der Schönheit Nabqs ist nicht nur natürlich, sondern auch menschlich. Im Schutzgebiet liegen kleine Beduinendörfer, deren Bewohner noch heute so leben wie ihre Vorfahren vor Hunderten von Jahren. Wer mit einem beduinischen Führer unterwegs ist, hört Geschichten über die Wüste, die Sterne und die Navigationsmethoden, die lange vor jeder modernen Technik verwendet wurden.

Eine Kamel- oder Jeep-Safari durch Nabq ist mehr als nur eine touristische Aktivität, sie ist eine Gelegenheit zu verstehen, wie sich die Beduinen an eine so raue Umgebung angepasst haben. Viele Touren enden mit einer beduinischen Teezeremonie am kleinen Lagerfeuer, und der Tee schmeckt hier anders. Die wilden Kräuter geben ihm ein Aroma, das man sonst nirgendwo findet.

Wie man Nabq besucht

Am einfachsten erreicht man Nabq von Sharm El Sheikh aus, die Fahrt entlang der Küstenstraße nach Nuweiba dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Die meisten Besuche sind als Tagesausflug angelegt, mit Strandzeit zum Schnorcheln, einem Spaziergang über die Mangrovenstege und oft einer kurzen Wüstensafari am selben Tag.

Die beste Besuchszeit ist der frühe Morgen, bevor die Hitze zunimmt, das ist auch die Zeit mit den besten Chancen, Vögel und Wildtiere zu beobachten. Winter und Frühling bieten das angenehmste Wetter, aber selbst im Sommer bietet die relative Ruhe des Schutzgebiets eine willkommene Abwechslung zum Trubel in Sharm El Sheikh.

Genug Wasser, Sonnencreme und bequeme Schuhe sollte man mitnehmen, wenn man durch die Wüste oder über die Stege laufen möchte. Das Schutzgebiet erhebt eine kleine Eintrittsgebühr, die für Pflege und Schutz des Gebiets verwendet wird.

Warum Nabq einen Tag Ihrer Reise wert ist

Es gibt einen echten Unterschied zwischen dem Besuch eines touristischen Ortes und dem Besuch eines Ortes, der seinen Charakter bewahrt hat. Nabq ist einer der wenigen Orte, die Tourismus und Naturschutz erfolgreich verbinden. Keine Hochhäuser, keine Hotels direkt am Strand. Das Schutzgebiet ist im wahrsten Sinne des Wortes geschützt.

Wenn Ihr Sharm-El-Sheikh-Urlaub bisher nur aus Hotel, Strand und Tauchen bestand, zeigt Ihnen ein Tag in Nabq ein völlig anderes Bild vom Sinai. Eines mit Wüste, Meer, Natur und beduinischem Erbe, alles an einem einzigen Ort.

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Wir bieten Tagesausflüge ins Nabq-Schutzgebiet an, die Schnorcheln, einen Besuch des Mangrovenwalds und eine kurze Wüstensafari mit lokalem Guide kombinieren.